Geschichte in Kürze

An einem lang ausgedehnten Hang liegt Bodenburg, inmitten des "Ostfälischen Berg- und Hügellandes". Das ca. 1000 Jahre alte kleine Wasserschloß mit seinem separat stehenden Schlossturm und die in zwei "T-förmig" angeordneten Reihen aneinandergebauten Fachwerkhäuser bilden den historischen Ortskern. Die leichte Hanglage war wegen der vielen Quellen, aber keiner großen Fließgewässer, äußerst günstig zur Besiedlung geeignet. Es war vor Überschwemmungen geschützt und ließ sich - umringt von Hecken, Wällen und Teichen - leicht verteidigen.

Die politische Lage war jedoch über Jahrhunderte äußerst ungünstig. Im Jahre 1142 wurde Bodenburg erstmals urkundlich erwähnt, damals als Beurkundungszeugen des Hildesheimer Bischofs. Die vielköpfige adelige Familie "von Bodenburg" war sehr einflussreich, sie besaß Einkünfte aus dem Salzdetfurther Salz und dem Zehnten ihrer ausgedehnten Ländereien und besserte ihre Einkünfte als Raubritter gelegentlich mit Überfällen auf Kaufleute auf. Die Ritter von Bodenburg waren bei jeder kleinen oder größeren Fehde mit ihren Waffen dabei. Diese Kosten brachten sie gelegentlich an den Rand der Pleite. Ihren absoluten Geniestreich führten sie jedoch, als sie sich am 15. Juni 1359 mit ihrem Schloß Bodenburg in den Dienst der Braunschweiger Herzöge begaben.

Von nun an war Bodenburg eine kleine Braunschweiger Exclave - ein Stachel im Fleisch - im Bereich des Hildesheimer Bischofs. Über Jahrhunderte war Bodenburg nun bei jeder Auseinandersetzung Feindesland. Zeitweise wurde versucht, Bodenburg abzuriegeln und auszuhungern. Handel und Gewerbe wurden über Jahrhunderte durch Beschränkungen und die Zahlung doppelter Konzessionen beeinträchtigt. Handel und Gewerbe waren neben den Erträgen der Gärten die einzigen Ertragsmöglichkeiten für die sogenannten "Reihebürger". Ackerland war nur in geringen Ausmaßen den Häusern "beigelegt", damit die Bürger nicht verhungerten. Das meiste Ackerland gehörte zum Gut, ebenso wie die gutsabhängigen Beschäftigten, die nicht im "T" siedelten, sondern eigene Bereiche "unten vorm Tor" und am "Schattenberg" zugewiesen bekamen.

Damit war der Ort zweigeteilt. Es gab zwei Kirchen und später zwei Schulen, jeweils für die Bürger und die Gutsabhängigen getrennt. Arm waren sie alle, aber da Not ja erfinderisch macht, gab es viele Berufe und Nebenerwerbe, die die Versorgung auch bei Blockaden von außen unabhängig machte. Es sind manche "Histörchen" bekannt, die den Erfindungsreichtum und die "Knepe" der Bodenburger deutlich machen.

Wer mehr über die interessanten und "wilden" letzten 850 Jahre erfahren möchte, kann es in der Bodenburger Ortschronik (zu beziehen bei der Stadt Bad Salzdetfurth) nachlesen...

 (Autorin: Sylvia Köneke, Ortsheimatpflegerin)